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Die ganze Welt der Single Malts und Whisky Blends

Nur drei Dinge braucht es, um Whisky herzustellen: Getreide (meistens Gerste), Wasser und Hefe. Trotzdem bietet die Whiskywelt eine Geschmacksvielfallt, wie wohl fast kein anderes Getränk. Durch unterschiedliche Brennmethoden und spezielle Lagertechniken entlocken Destillerien auf der ganzen Welt dem Whisky immer wieder neue Geschmacksnoten.

Herstellung von Whisky

Die Whiskyproduktion kann in sechs Schritte eingeteilt werden: Mälzen, Maischen, Vergären, Brennen, Lagern und Abfüllen.
Beim Mälzen lässt man das Getreide keimen. Dabei werden verschiedene Enzyme aktiviert und der Stärkegehalt erhöht. Durch Trocknen wird der Keimprozess unterbrochen. Wird für die Trocknung ein Torffeuer verwendet, nimmt das Malz ein rauchiges Aroma an. Weil der Mälzvorgang sehr aufwendig ist, beziehen viele Destillerien ihr Malz von spezialisierten Mälzereien.

Beim Maischen wird das Malz zuerst zu einem groben Mehl zermahlen und dann mit heissem Wasser vermengt. Wird neben Gerste noch anderes Getreide vermengt (zum Beispiel für Grain-Whisky) wird dieses in diesem Produktionsschritt zugegeben. Die Maische wird nun beim dritten Produktionsschritt mit Hefe vermengt. Dieser Schritt nennt sich Vergähren. Die angesetzte Maische wird in einem speziellen Gärbottich erhitzt. Diese Behälter werden in Schottland Washbacks genannt. Nach der Vergärung entsteht ein herbes Bier, den sogenannten "Wash".

Im vierten Produktionsschritt, dem Destillieren, wird der Wash in den Destillationsanlagen so erhitzt, dass der darin enthaltene Alkohol verdampft und sich am Ende der Destillationsanlage wieder kondensiert. Die Bauart der Brennblasen und das verwendete Material haben dabei einen Einfluss auf den Geschmack des Whiskys. Üblicherweise wird Whisky zwei Mal destilliert. In Schottland beispielsweise zuerst in einer Wash Still und dann in einer Spirit Still. Irischer Whisky wird drei Mal gebrannt. Nach dem Brennen spricht man aber noch nicht von Whisky. sondern vom sogenannten "New Make".

Denn erst nach dem fünften Produktionsschritt, dem Lagern (Üblicherweise drei Jahre), darf man die Spirituose erst Whisky nennen. Für die Lagerung oder Reifung werden Eichenfässer verwendet. Amerikanische Whiskeys, wie beispielsweise Bourbon, müssen ausschliesslich in neuen Eichenfässern gelagert werden. Schottische Whiskys hingegen dürfen nur in gebrauchten Fässern lagern. Meistens in Ex-Bourbonfässern oder Ex-Sherryfässern. Durch die Poren im Holz verliert ein Fass pro Jahr bis zu einem Prozent des Inhalts. Dieser Schwund wird auch Angels Share bezeichnet. Nach der Lagerung wird dem Whisky üblicherweise Wasser hinzugefügt, um den Alkoholgehalt auf einen Wert zwischen 40 und 47 Prozent zu reduzieren. Die Ausnahme bilden sogenannte fassstarke Whiskys (englisch Cask strenght).

Der letzte Schritt ist das Abfüllen des Whiskys in Flaschen. Wird Whisky aus Fässern von verschiedenen Destillerien abgefüllt spricht man von Blendet Whisky oder Blended Malt. Um einen Whisky als Single Malt bezeichnen zu können, dürfen nur Fässer von einer Destillerie verwendet werden. Dabei gibt das jüngste Fass die Altersangabe vor. In einem zwölfjährigen Dalmore Whisky zum Beispiel darf also kein Fass jünger als zwölf Jahre sein, aber es darf auch Anteile von älteren Whiskyfässern darin enthalten sein. Enthält eine Flasche Whisky ausschliesslich aus einem einzigen Fass, spricht man von einer Einzelfassabfüllung oder englisch Single Cask. Im Gegensatz zu den Standard Destillerieabfüllungen, variieren Einzelfassabfüllungen stark im Charakter und Geschmack. Einzelfassabfüllungen werden beim Bottling meistens mit Angabe der Nummer des verwendeten Fasses versehen und einzeln nummeriert.

FAQs

1. Wie wird Whisky hergestellt?
Die Herstellung von Whisky erfolgt in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten: Zunächst wird Getreide – meist Gerste – gemälzt, gedarrt, gemahlen und anschliessend gemaischt sowie fermentiert. Danach erfolgt die Destillation in Kupferbrennblasen (Pot Stills), bevor der Whisky mindestens drei Jahre in Eichenfässern reift. Prägend für den Charakter sind insbesondere der Einsatz von Torf beim Darren, die Dauer der Fermentation sowie die Art der verwendeten Fässer.
2. Was ist der Rohstoff von Whisky?
Gängige Whisky-Zutaten sind Weizen, Roggen, Gerste und Mais. Es gibt Malt Whisky, der aus gemälzter Gerste hergestellt wird, und Grain Whisky. Dieser wird aus einer beliebigen Getreidesorte oder einer Mischung verschiedener Sorten hergestellt.
3. Was ist der Unterschied zwischen Scotch, Bourbon und Irish Whiskey?

Die geschützte Bezeichnung Scotch Whisky darf nur der Whisky führen, der in einer schottischen Destillerie hergestellt wurde und dessen Grundlage gemälzte Gerste, eine andere Getreideart, Wasser und Hefe ist. Scotch Whisky muss zwingend eine Mindestlagerzeit von drei Jahren in Schottland einhalten.

Bourbon kommt aus den USA, besteht zu mindestens 51 % aus Mais und reift in neuen Eichenfässern – das macht ihn süsslich und vollmundig. Irish Whiskey wird in der Regel dreifach destilliert, was ihm seine typisch weiche und milde Note verleiht.

4. Welches Land ist der grösste Whiskyproduzent?
Schottland (und damit das Vereinigte Königreich) ist der größte Whiskyproduzent der Welt und das seit mindestens 100 Jahren. Doch obwohl Schottland untrennbar mit Whisky verbunden ist, ist es nicht das einzige Land, das ihn herstellt
5. Was ist der meistverkaufte Whisky der Welt?
Die weltweit meistverkaufte Whisky-Marke ist Johnnie Walker.
6. Whisky oder Whiskey – was ist der Unterschied?

Die Schreibweise verrät die Herkunft: „Whiskey" mit e trinkt man in Irland und den USA,
„Whisky" ohne e kommt aus Schottland, Kanada oder Japan. Im Alltag werden beide Varianten oft synonym verwendet – streng genommen ist die Schreibweise aber kein Fehler, sondern ein Hinweis auf das Herkunftsland.

7. Was ist Single Malt Whisky?

Ein Single Malt Whisky stammt aus einer einzigen Destillerie und wird ausschliesslich aus gemälzter Gerste hergestellt. „Single" bedeutet dabei nicht, dass er aus einem einzigen Fass kommt – mehrere Fässer derselben Brennerei dürfen miteinander kombiniert werden. Single Malts gelten als besonders charakterstarke Ausdrucksform ihrer Heimatdestillerie.

8. Wie trinkt man Whisky richtig?

Die ehrlichste Antwort: so, wie er dir am besten schmeckt. Für das beste Aroma empfiehlt sich ein Nosing-Glas oder Glencairn-Glas bei Raumtemperatur. Wer den Whisky öffnen möchte, kann einen kleinen Spritzer stilles Wasser hinzugeben – das hebt oft verborgene Aromen hervor. Ob pur, mit Eis oder im Cocktail bleibt am Ende Geschmackssache.

9. Whisky mit oder ohne Eis – was ist besser?

Eis kühlt den Whisky und macht ihn milder, unterdrückt aber gleichzeitig viele Aromen. Bei einfachen Blends oder Bourbons funktioniert das gut. Bei einem hochwertigen Single Malt lohnt es sich, ihn zunächst pur oder mit einem Tropfen Wasser zu probieren, um das volle Geschmacksprofil zu erleben.

Zudem schmilzt Eis. Sprich am Anfang ist der Whisky noch pur und dann mit Wasser verdünnt. Was an und für sich nicht schlecht sein muss - man hat einfach keine Kontrolle, wieviel Wasser im Glas ist. Daher wären hier die Whisky-Rocks empfehlenswert, wenn man den Whisky gekühlt trinken möchte. Einfach ins Gefrierfach legen und danach ins Glas damit und schon kühl sich der Whisky ab.

10. Wie lagert man Whisky richtig?

Whiskyflaschen sollten immer stehend aufbewahrt werden, da der Alkohol sonst den Korken angreift. Ideal ist ein dunkler, kühler Ort mit gleichmäßiger Temperatur zwischen 15 und 20 °C – direkte Sonneneinstrahlung und starke Temperaturschwankungen sollten vermieden werden. Geöffnete Flaschen möglichst zügig trinken, da Sauerstoff den Geschmack mit der Zeit verändert.

11. Wird Whisky schlecht – wie lange ist er haltbar?

Eine ungeöffnete Flasche Whisky ist bei richtiger Lagerung praktisch unbegrenzt haltbar. Nach dem Öffnen beginnt eine langsame Oxidation: Je weniger Whisky in der Flasche, desto schneller verändert sich das Aroma. Halb volle Flaschen sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten getrunken werden, fast leere innerhalb von 3 bis 6 Monaten.

12. Reift Whisky in der Flasche weiter?

Nein. Whisky reift ausschliesslich im Holzfass – erst dort nimmt er Farbe, Aromen und Sanftheit auf. In der Flasche findet keine weitere Reifung statt. Ein 12-jähriger Scotch, der 20 Jahre im Regal steht, bleibt ein 12-jähriger Scotch.

13. Was ist Torf und warum schmeckt mancher Whisky rauchig?

Torf ist über Jahrtausende verdichtetes organisches Material, das in schottischen Moorlandschaften vorkommt. Beim Trocknen des Gerstenmalzes wird er als Brennstoff eingesetzt – der entstehende Rauch lagert sich in der Gerste ab und gibt dem späteren Whisky seinen charakteristischen rauchigen, erdigen Geschmack. Besonders bekannt für stark getorfte Whiskys ist die schottische Insel Islay.

14. Wie viel Alkohol hat Whisky?

Die meisten Whiskys haben einen Alkoholgehalt von 40 bis 46 % Vol.  40% ist auch der gesetzliche Mindeststandard für viele Kategorien. Sogenannte Cask-Strength-Abfüllungen, die unverdünnt direkt aus dem Fass kommen, können bis zu 65 % Vol. und mehr erreichen.